Laut ihrem Interview mit LIFE.ro wurde sie als Gesandte der Jewish Agency für nur drei Monate nach Bukarest geschickt, und sie blieb.
Nach Angaben der Schule wurde Laude-Reut 1997 gegründet. Der erste Schritt war ein Kindergarten in einem Flügel des Staatlichen Jüdischen Theaters.
Nach Angaben der Schule lernen mehr als 600 Kinder und Jugendliche im Komplex, in Kindergarten, Grundschule, Mittelstufe und Gymnasium.
Zur Eröffnung des Schuljahres 2026–2027 feierte die Schule 30 Jahre, und ihre Gründerin sprach von einem neuen Kapitel der Geschichte.
Tova Ben-Nun Cherbis: die kurze Antwort
Tova Ben-Nun Cherbis ist Gründerin und Präsidentin des Bildungskomplexes Laude-Reut in Bukarest sowie der Stiftungen Reut und Magna cum Laude-Reut. Nach Angaben der Schule wurde der Komplex 1997 gegründet, umfasst heute Kindergarten, Grundschule, Mittelstufe und Gymnasium und hat mehr als 600 Schülerinnen und Schüler. Im September 2026 feierte er sein 30-jähriges Bestehen.
Sie wurde in Israel geboren, als Tochter von Eltern, die Rumänien 1947 verlassen hatten. In einem Interview mit LIFE.ro im Jahr 2021 erzählte sie, sie sei als Gesandte der Jewish Agency für nur drei Monate nach Bukarest gekommen. Eine Schule zu gründen, hatte sie nicht vor. Sie ist einfach geblieben.
Kurz gesagt: Die erste Frage jeder Familie, die aus Israel nach Bukarest zieht, lautet: „Wo werden die Kinder lernen?“ Einen großen Teil der Antwort hat eine einzelne Israelin aufgebaut, Schritt für Schritt.
Ihr Hintergrund in Israel: Armee, Be’er Scheva und die Jewish Agency
Laut dem Interview mit LIFE.ro verließen ihre Eltern Ploiești kurz nach dem Krieg. Sie reisten 1947 über Widin in Bulgarien aus, kamen über Zypern und erreichten Israel. Ihre Mutter arbeitete als Chemielaborantin.
1972 trat sie in die israelischen Streitkräfte ein und diente zweieinhalb Jahre. „Ich glaube, was ich heute hier bin, verdanke ich der Armee“ („Cred că ce sunt eu astăzi aici datorez armatei.“), sagte sie im Interview.
Nach dem Dienst studierte sie in Be’er Scheva und wurde Chemielehrerin. Noch während des Studiums begann sie für die Jewish Agency zu arbeiten, in der Kultur- und Bildungsarbeit mit Neueinwanderern. Vor Rumänien war sie auch an der Operation Salomon beteiligt: Laut dem Interview führte sie in Äthiopien Gespräche mit Familien, die nach Israel auswandern wollten, und half bei ihrer Aufnahme in Israel.
Ankunft in Bukarest: drei Monate, aus denen ein Leben wurde
Anfang der 1990er Jahre wurde eine vorübergehende Vertretung für den offiziellen israelischen Gesandten in Rumänien gebraucht. Laut dem Interview wurde sie für drei Monate geschickt und blieb fünf. Sie erinnert sich an den Tag, an dem sie abreisen sollte: den 31. März 1993, als Bukarest unter Schnee lag.
Sie fand schnell eine Verbindung zu Bukarest. „Als ich in Rumänien ankam, habe ich mich sehr wohl gefühlt, wie zu Hause“ („Când am ajuns în România m-am simțit foarte bine, ca acasă.“), sagte sie. Und über die Menschen: „Ich habe sie als äußerst warmherzig und freundlich erlebt. Hier habe ich mich zu Hause gefühlt“ („i-am descoperit extrem de calzi și prietenoși. Aici m-am simțit acasă.“).
1995 ernannte sie der Jüdische Weltkongress laut demselben Interview zu seiner Vertreterin in Rumänien für die Rückgabe von Gemeindeeigentum, im Dialog mit der Regierung.
Wie aus einem Kinderklub eine Schule wurde
Die Geschichte von Laude-Reut beginnt mit einem kleinen Kinderklub, den sie im Viertel Kogălniceanu gegründet hatte. Laut dem Interview füllte sie, als Ronald Lauder zu einem kurzen Besuch nach Bukarest kam, innerhalb von zwei Stunden einen Saal mit Kindern, an einem Samstag. Die Kinder baten ihn um Computer. Mit Spenden, die nach dem Besuch eingingen, wurden zehn Computer für den Klub gekauft, und nach ihrer Einschätzung war es vielleicht die erste Bildungseinrichtung in Rumänien mit Computern und Internet. Noch am selben Tag, so erzählt sie, schlug Lauder ihr vor, eine Schule zu eröffnen.
2025 sagte sie gegenüber Spotmedia: „Es ist 28 Jahre her, dass Botschafter Ronald S. Lauder mir vorschlug, in Rumänien eine Bildungseinrichtung zu gründen“ („Au trecut 28 de ani de când ambasadorul Ronald S. Lauder mi-a propus să înființez o instituție de învățământ în România“).
Als ich in Rumänien ankam, habe ich mich sehr wohl gefühlt, wie zu Hause. (Tova Ben-Nun Cherbis, LIFE.ro, 2021)
Im Dezember 2022, bei einer Gala in der Nationaloper zum 25-jährigen Bestehen der Schule, beschrieb sie den Weg laut Q Magazine so: „Wir haben einen Baum mit tiefen Wurzeln in der Bildung gepflanzt und großgezogen“ („am cultivat și crescut un copac cu rădăcini adânci în educație“).
Die nächsten Schritte waren praktischer Natur:
- Ein Ort. Laut dem Interview stimmte der damalige Bürgermeister von Bukarest, Viorel Lis, zu, dem Kindergarten den neuen Flügel des Staatlichen Jüdischen Theaters zu überlassen.
- Klassen. Nach dem Kindergarten kamen die Grundschulklassen, dann die Mittelstufe, und dann baten die Eltern um ein Gymnasium.
- Eine Prüfung vor dem Gymnasium. Bevor sie ein Gymnasium eröffnete, bat sie das Bildungsministerium um eine gründliche Inspektion. Nach ihren Worten saß die Prüfungskommission sieben Tage lang in der Schule.
- Personal. Als erste Leiterin des Gymnasiums wählte sie eine Schulinspektorin für Englisch, die nicht jüdisch war. „Wir stellen hier niemanden nach religiösen Kriterien ein!“ („Noi nu angajăm oamenii aici după criteriul religios!“), habe sie ihr nach eigener Erinnerung gesagt.
Laut der Website der Schule öffnete das Gymnasium im Schuljahr 2006–2007. In den Jahren 2016–2018 wurde die Einrichtung vollständig unabhängig von der Lauder-Stiftung und änderte ihren Namen von Lauder-Reut in Laude-Reut.
Wofür der Name heute steht
Laut der Website der Schule bietet das Gymnasium Schwerpunkte in Diplomatie, internationalen Beziehungen, Wirtschaft, Kommunikation und Marketing. Der israelische Botschafter in Rumänien, Dr. Lior Ben Dor, ist Ehrenpräsident des Kuratoriums.
Im September 2026 eröffnete Laude-Reut das Schuljahr 2026–2027. Nach Angaben der Schule haben im 17. Jahr in Folge alle Gymnasiasten das Abitur (Bacalaureat) bestanden. Bei der Feier sagte Ben-Nun Cherbis: „In diesem Jahr eröffnen wir nicht nur ein neues Schuljahr, sondern ein neues Kapitel in einer Geschichte, die vor 30 Jahren begann“ („În acest an nu deschidem doar un nou an școlar, ci un nou capitol...“).
Auch außerhalb des Klassenzimmers ist sie aktiv. Im Dezember 2025 richtete sie gemeinsam mit dem Direktor der Nationaloper die Hanukkah Friendship Gala in der Oper in Bukarest aus, die laut EVZ mehr als 900 Gäste anzog. 2023 beschrieb Euronews sie als israelische Staatsbürgerin mit doppelter Staatsangehörigkeit, die seit fast 30 Jahren in Rumänien lebt, und als eine der bekanntesten Stimmen der Israelis im Land.
Was eine Familie aus Israel von ihrer Geschichte lernen kann
1. Beginnen Sie mit der Schule. Bei ihr standen die Kinder am Anfang von allem. Auch für Sie gilt: zuerst die Schule wählen, dann das Viertel und das Zuhause. Einen Vergleich der Möglichkeiten finden Sie in internationale Bildung in Rumänien und in unserem Leitfaden zu internationalen Schulen in Bukarest. Zu Kindergärten im Norden der Stadt lesen Sie Kindergärten und Schulen im Norden Bukarests.
2. Melden Sie sich früh an. Laut Q Magazine ist die Nachfrage nach Laude-Reut hoch, und die Wartelisten füllen sich lange im Voraus. Für den Kindergarten melden Familien ihre Kinder für die jüngste Gruppe nach Angaben der Schule etwa ein Jahr im Voraus an.
3. Wurzeln öffnen Türen. Ihre Eltern stammten aus Rumänien, und diese Verbindung half ihr beim Ankommen. Viele Israelis haben eine ähnliche Verbindung. Wenn Ihre Eltern oder Großeltern in Rumänien geboren wurden, lesen Sie unseren Leitfaden zur rumänischen Staatsbürgerschaft für Israelis.
4. Gemeinschaft wächst von unten. Aus einem Kinderklub am Samstag wurde eine Einrichtung mit 600 Schülern. Auch eine neue Familie kann klein anfangen: eine Aktivität, eine Synagoge, ein Feiertagsabend. Zur Gemeinde heute lesen Sie die jüdische Gemeinde in Rumänien.
Häufige Fragen
Wird an Laude-Reut Hebräisch unterrichtet?
Ja. Nach Angaben der Schule gehören Hebräisch, jüdische Tradition und Feiertage zum Lehrplan, und im Kindergarten gibt es Erzieherinnen mit Hebräisch als Muttersprache.
Wie meldet man sich an?
Über die Website der Schule. Nach Angaben des Kindergartens ist die Anmeldung das ganze Jahr über möglich, die Plätze sind begrenzt, und Vorrang haben Geschwister von Schülern sowie Kinder, die Mitglied der jüdischen Gemeinde sind.
Leitet Tova Ben-Nun Cherbis die Schule noch?
Ja. Bei der Eröffnung des Schuljahres im September 2026 wurde sie als Gründerin und Präsidentin des Komplexes vorgestellt und sprach zu den Schülern.
Fazit
Tova Ben-Nun Cherbis kam für drei Monate, mit einfachem Rumänisch und einer alten familiären Verbindung. Sie blieb und baute die Einrichtung auf, die israelische Familien in Bukarest zuerst prüfen. Ihre Geschichte erinnert daran, dass ein Umzug gelingt, wenn die Kinder im Mittelpunkt stehen.
Wenn Sie gerade eine Schule und ein Wohnviertel auswählen, vereinbaren Sie ein 30-minütiges Gespräch mit mir. Gemeinsam gehen wir die richtige Reihenfolge durch: Schule, Schulweg, Viertel und erst dann das Zuhause.
Moti Azulay, Compass Group Romania
Quellen: LIFE.ro, Interview mit Tova Ben-Nun Cherbis, 24. September 2021 · Laude-Reut, Über uns · Laude-Reut, Eröffnung des Schuljahres 2026–2027, 8. September 2026 · Laude-Reut, Kindergarten · Spotmedia, Bright Minds Award, 29. Oktober 2025 (gesponserter Inhalt) · EVZ, Hanukkah Friendship Gala 2025, 13. Dezember 2025 · Euronews Rumänien, 13. Oktober 2023 · Q Magazine, 25 Jahre Laude-Reut, 17. Dezember 2022
Der Artikel beruht auf öffentlichen Berichten und veröffentlichten Interviews, Stand: 22. Oktober 2026. Mit Tova Ben-Nun Cherbis wurde für diesen Artikel kein Interview geführt.
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